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12 Der Märzschneckling

Der 2. Pilz des Monat März 2024 :-)


frische Pilze auf Moos
Der "Schläfer" - Foto von Renato Sciarrone

Mit dem Frühling erwacht auch die Welt der Pilze endlich zu neuem Leben. Zwischen den meisten Pilzen, die sich zu dieser Jahreszeit noch etwas bedeckt halten und den Morcheln, welche vielleicht bereits kleinste Spitzen aus dem Boden schauen lassen, ist der Märzschneckling (Hygrophorus marzuolus) besonders bemerkenswert. Dieser Pilz erscheint knapp nach der ersten Schneeschmelze vor allem im montanen Nadelwald, meistens bei Weisstannen oder Fichten, manchmal auch unter Rotbuchen in vielen Regionen Europas und im mediterranen Raum. Unsere italienischen Nachbarn nennen diesen Pilz "Dormiente", was übersetzt "Schläfer" bedeutet. Diese Bezeichnung scheint passend, die aufmerksam Suchenden entdecken ihn unter Tannennadeln oder unter Moos sobald die Bedingungen günstiger werden, heisst, die Schneeschmelze erste Feuchtigkeit ins Erdreich gebracht hat und tagsüber Plustemperaturen herrschen.


Pilze, welche aus dem Moos wachsen
Märzschnecklinge im Moos - Foto Sepp Keller do. Pilzverein Region Baden

Obwohl er nicht der allerschönste Pilz ist, kann er kulinarisch durchaus überzeugen. Sein Fleisch ist zart und sein Geschmack mundet mit einer leichten Süsse und einem Hauch von Nüssen. Wenn man ihn findet. Es braucht dazu eine gewisse Portion Glück (oder ein bekanntes Plätzchen, der Pilz ist standorttreu und wächst zuverlässig jedes Jahr) und ein geschultes Auge, um die kleinen Erhebungen im Gelände überhaupt wahrzunehmen. Durch sein frühes Erscheinen, ist er eigentlich nicht zu verwechseln. Ich bin letztes Jahr völlig unverhofft sprichwörtlich darüber gestolpert. Auf einem Ausflug - genau, eigentlich hatte ich Morcheln gesucht, nein, ich habe keine gefunden - hatten wir uns ein bisschen verlaufen. Das passiert regelmässig, wenn man auf dem Boden nach Pilzen sucht und dabei die Wanderwegbezeichnungen vergisst. Wir standen also auf diesem steilen, etwas sandigem Stück Wald, als ich begeistert aufschrie. Auf den Boden geguckt hatte ich, um nicht abzustürzen, gefunden habe ich dafür Märzschnecklinge. Kulinarisch war er nicht mehr zu verwerten, die Eiweisszersetzung hatte bereits begonnen, aber er wurde fotografiert und selbstverständlich kartiert. Stolz war ich!


Eine sichere Identifikation ist bei jedem Pilz wie immer ganz wichtig. Bei Unsicherheit, vor allem wenn du Pilze essen/einnehmen willst, bringst du deine Funde ins Pilzkontrolllokal oder nutzt mein Angebot zur Korb-Kontrolle.


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