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09 Der Reizker

Aktualisiert: 1. Dez. 2023

Der Pilz des Monat November 2023


Oranger Pilz mit oranger Milch
Ein Lachsreizker mit orangem Milchsaft

Wenn ich mich für einen Anfängerpilz entscheiden müsste, dann würde ich die Reizker wählen. Obwohl es mehrere Arten von Reizkern gibt, sind alle ausnahmslos essbar. Der Pilz aus der Gattung "Lactarius" ist ein mittelgrosser bis grosser Pilz mit Lamellen, der sich durch seine leuchtend orangefarbene Hutoberfläche auszeichnet. Sein charakteristischer, oranger Milchsaft tritt bei Verletzung oder Anschneiden aus und lässt ihn dadurch zu der Gattung der Milchlingen gehören. Was heisst das jetzt für alle AnfängerInnen: Jeder orange Lamellenpilz mit brüchigem Fleisch und sichtbar rot-oranger Milch ist essbar. Also perfekt, für die ersten Schritte in der Pilzwelt und durchaus geeingnet um sich auch mit Kindern auf die Suche zu machen.


Wer jetzt mit offenen Augen durch unsere Wälder geht, wird sicherlich fündig, ein voller Korb und klebrig-orange Hände sind garantiert. Ich empfehle dir, einen Papiersack mitzunehmen, den du danach entsorgen kannst. An den Händen geht die Farbe leicht weg, aus Stoffsäckchen weniger, Plastik ist bei Pilzen immer Tabu.


Die drei häufigsten bei uns vorkommenden Arten sind:

  1. der Fichtenreizker, der immer in Gemeinschaft mit Fichte vorkommt (also dem, was wir in der Umgangssprache als "Tanne" bezeichnen) und oftmals eine grünliche Farbe auf dem Hut aufweist

  2. der Lachsreizker, den man bei Weisstannen findet (Fichte sticht, Tanne nicht!), mit sichtbaren Vakuolen, also kleinen Grübchen am Stiel und

  3. der Edelreizker, der mit Kiefern (schweizerisch "Föhren") eine Symbiose bildet und grüne Farbtöne sowie Grübchen am Stiel aufweist.

Konntest du mir bis dahin folgen? Zu kompliziert? Dann nochmals kurz und knackig:

Orange Lamellenpilze mit orangeroter Milch sind alles Reizker und somit alle essbar.

Der Reizker ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch geschmacklich ein echtes Highlight. Sein Fleisch ist fest und hat einen leicht nussigen Geschmack. Beim Braten behält der Reizker seine schöne orangefarbene Färbung bei und verleiht deinen Gerichten eine besondere Note.


Wichtig dabei: Nutze den Reizker nur als Bratpilz, also nicht im Risotto (aber kross angebraten darüber unbedingt!) und nicht in einer Rahmsauce. Brate den Pilz in einer Pfanne zuerst ohne Fett heiss an. Reduziere die Temperatur und gib Butter oder Olivenöl und nach Bedarf oder Vorliebe Knoblauch, Zwiebeln, Peperoncini oder Kräuter dazu. Salze nach Belieben und ab aufs Brot oder über die Pasta. Er schmeckt wirklich lecker.

Eine sichere Identifikation ist bei jedem Pilz wie immer ganz wichtig. Bei Unsicherheit, vor allem wenn du Pilze essen willst, bringst du deine Funde ins Pilzkontrolllokal oder nutzt mein Angebot zur Korb-Kontrolle. Oder du nimmst am vorerst letzten Fun-tastic Friday dieses Jahres teil (24.11.23) und lernst genau solche Dinge, wenn du mit mir unterwegs bist. Mehr Details dazu findest HIER.


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