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07 Die Wegwarte

Pflanze des Monat Juli 2023

Wegwarten-Blüte

Die Wegwarte, wissenschaftlich bekannt als Cichorium intybus, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die eng mit unseren Zichoriengewächsen, zum Beispiel Chicorée, verwandt ist. Sie wächst bevorzugt auf sonnigen Wiesen, Straßenrändern und auf Brachland. Ihre Blüten sind ein auffälliges himmelblau und öffnen sich nur bei Sonnenaufgang, folgen den Sonnenlauf, um sich dann bei Sonnenuntergang wieder zu schließen. Diese einzigartige Eigenschaft hat ihr den volkstümlichen Namen "Morgenstern" eingebracht.


Die Wurzeln und Blätter enthalten Bitterstoffe, die eine positive Wirkung auf den Verdauungstrakt haben können und die Leberfunktion unterstützen. Sie regen den Appetit an, fördern die Produktion von Verdauungssäften und wirken entzündungshemmend. Da es sich hier um einen Korbblütler handelt, welche manchmal allergische Reaktionen auslösen können, ist vor Selbstversuchen ohne vorherige Abklärungen abzuraten.


Die Wegwarte hat nicht nur in der Naturheilkunde, sondern auch im Volksglauben eine wichtige Rolle gespielt. Ihr wurden magische und mystische Eigenschaften zugeschrieben. Man glaubte, dass sie nicht nur vor Schlangenbissen schützen könne, sondern auch vor bösen Geistern und Hexerei. Die Schlange würden nämlich ihren Biss vor dem bitteren Saft der Pflanze zurückziehen, also band man sich trockene Wegwartensträusschen ums Bein.


Die blauen Blüten der Wegwarte wurden als "Zauberblumen" bezeichnet, da man diesen die Fähigkeit nachsagte, positive Energien anzuziehen und negative Einflüsse abzuwehren. In alten Bräuchen wurde die Pflanze verwendet, um Segnungen zu empfangen und Wünsche zu erfüllen. Ihre Blüten wurden in Liebeszauber eingebunden, um das Herz einer geliebten Person zu gewinnen oder die Harmonie in einer Beziehung zu stärken.


Nach einer Legende ist die Wegwarte eine verzauberte Jungfrau, die lange Zeit vergeblich am Wegesrand auf die Rückkehr ihres Liebsten gewartet hatte. Damit wurde sie zu einem Symbol für Sehnsucht und treue Liebe.


Nachdem man Ende des 17. Jahrhunderts entdeckt hatte, dass sich ihre gerösteten Wurzeln als preiswerter Ersatz für teuren Bohnenkaffee eignen, begann für die Pflanze eine wirtschaftliche Karriere. Getrocknet und geröstet schmeckt die Wurzel der Wegwarte, wenn man sie aufbrüht, so ähnlich wie Kaffee, ist aber koffeinfrei.


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