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Der Rotrandige Baumschwamm

Pilzfunde im Winterwald


Rotrandiger Baumschwamm in der Natur
Rotrandiger Baumschwamm im Winterwald

Der Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), auch Fichtenporling genannt, ist ein weit verbreiteter Baumpilz in Europa. Er ist in der Schweiz der am häufigsten kartierte Pilz (kartieren heisst, Pilze systematisch zu erfassen, festzuhalten, welche Pilzarten wo und wann vorkommen, um Verbreitungsmuster wissenschaftlich zu verstehen).

Der Grund dafür ist schnell erklärt; er ist einfach zu identifizieren.

Der mehrjährige, korkartige Pilz mit weissen Poren an der Unterseite und seinem orangen bis rotem Rand wächst vor allem an totem oder geschwächtem Nadelholz. Er erzeugt eine Braunfäule, heisst die Zellulose aus dem Holz wird abgebaut, während das Lignin, welches dem Holz ursprünglich die starre Form gibt, bestehen bleibt. Das Holz wird brüchig und zerfällt würfelig. Er ist ein wichtiger Zersetzer von Totholz und schafft dadurch Lebensraum für Vögel, Insekten und Mikroorganismen.


Manchmal können am Pilz Gutationstropfen beobachten werden, dabei stösst der Pilz bei feuchtem Wetter oder hoher Luftfeuchtigkeit überschüssiges Wasser aus. Im Sommer wird damit ein Kühleffekt erzeugt.


Gutationstropfen an Baumpilz
Rotrandiger Baumschwamm mit Gutationstropfen

Der Fichtenporling enthält bioaktive Substanzen welche "in vitro", heisst in Laborumgebung, antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung zeigen. Neu sind Forschungen im Bereich der Borrleliose. Es scheint, als würden die Stoffe im Fichtenporling eine gewisse Wirksamkeit zeigen bei Borreliose-Erkrankungen, die bereits über dem Aktustadium hinaus sind, also in der Zeit, wo die klassischen Antibiotika nicht mehr gute Ergebnisse erzielen. Wir sprechen auch hier von Forschungen im Labor. Diese Studien sind spannend, belegen jedoch noch keine gesicherte medizinische Wirksamkeit beim Menschen.


Und du, hast du den rotrandigen Baumschwamm auch schon entdeckt?

Fotos (c) kimkueng.ch



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